Ein Wesen in schwarze Kutte gehüllt betritt den Schankraum, eine geheimnisvolle und ungewöhnliche Aura erfüllt die stickige Luft. Die Kreatur durch und durch mit Macht erfüllt, doch offensichtlich mit Schwäche belastet, bringt ein Stück Pergament an der Tavernentür an, um anschließend wieder in der Dunkelheit zu verschwinden.
Sichtlich ergriffen von diesem Ereignis, springt ein Gast auf, um das Pergament vorzulesen.
„Der Schwarze Aufbruch“
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, es war vor etwa einem Jahr. Damals saß ich mit zwei gut genährten Tauren namens Cruell und Tushann an einem Tisch, hier in dieser Taverne. Voller Tatendrang doch sichtlich enttäuscht und erzürnt, waren unsere Gefühle. Sordarak unser Anführer hatte beschlossen unsere noch sehr neue Gruppe im Kampf gegen diesen Abschaum aus Ahn Qiraj wieder aufzulösen. Den Grund dafür suchten wir im Met, aber vergebens. Wie sehr wollten wir unseren Beitrag leisten, für Thrall, für die Horde.
Als die Nacht schon fast wieder zum Tage wurde, hatten wir eine Entscheidung getroffen, die unser Leben für immer verändern sollte. Freunde, lasst uns nicht mehr tatenlos zusehen wie Andere für uns ihr Blut vergießen, lasst uns eine eigene Gruppe für den Kampf rüsten, lasst uns endlich selbst in den Kampf ziehen. Dies waren damals meine Worte. Die zwei Tauren zögerten keine Sekunde und waren voller Begeisterung für diesen Vorschlag. Motiviert, aber unwissend, standen wir nun da. Die folgenden Tage verbrachten wir fast nur auf dem Sattel, wir brauchten Mitglieder, wir brauchten Gleichgesinnte. Schon bald waren wir eine Gruppe von angemessener Anhängerzahl, doch ein Name für unsere Gemeinschaft fehlte noch. Lasst uns unsere Gruppe „Der Schwarze Aufbruch“ nennen, schlug Lacronimus plötzlich eines Abends am Lagerfeuer vor. Dieser Vorschlag brauchte gar nicht erst diskutiert zu werden, es waren alle dafür. So entstand der Schwarze Aufbruch.
Es begann eine schöne, aber doch schwierige Zeit, ohne großes Wissen über unsere Gegner und über die Führung einer Gruppe zogen wir in den Kampf. Doch unsere Feinde lernten uns bald zu fürchten. Zahlreich sind uns diese Käfer aus Ahn Qiraj und die Trolle aus Zul Gurub zum Opfer gefallen. Wir lernten schnell eine Gruppe zu führen, wobei uns nicht die Autorität zu wahren am Wichtigsten erschien, sondern eine Gemeinschaft für den Kampf zu begeistern und vielmehr das Gefühl der Brüderlichkeit, das Gefühl der Ehre, das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu fördern.
Wir alle wurden zu Brüdern und Schwestern des Kampfes. Unsere Anzahl wuchs von Tag zu Tag und die Fähigkeiten der Gruppe wurden immer besser. In dieser Zeit lernte ich auch zwei treue Freunde kennen, Lesferatu und Manshoon. Beide wurden später zu Anführern des Schwarzen Aufbruchs. Immer mehr Erfolge konnten wir aus Zul Gurub und Ahn Qiraj melden und so kam es, dass wir uns einer neuen Bedrohung stellten.
Wir wollten den Hausherren des geschmolzenen Kerns in die Knie zwingen. Doch als wir kurz davor waren Ragnaros zu töten, kam die Meldung vom Dunklen Portal und von der Bedrohung aus der Scherbenwelt.
Natürlich richtete sich unser Hauptaugenmerk auf diese Bedrohung. Blutig und hart waren die ersten Kämpfe gegen Dämonen die aus dem Portal kamen. Wir waren damals an der ersten Kampfwelle beteiligt und sehr zahlreich waren unsere Verluste. Viele Freunde verloren damals ihr Leben. Der Schwarze Aufbruch existierte nur noch im Herzen und in den Gedanken seiner treuen Mitglieder. Zu verstreut um uns wieder zu vereinen, zogen wir in kleineren Gruppen durch die Scherbenwelt. Viele Wochen vergingen und die Zeiten waren geprägt von stets wachsender Einsamkeit und von Nächten, wo wir in Erinnerungen schwelgten.
Aber es sollte der Tag kommen, wo es uns gelang einen Teil des alten Aufbruchs wieder zu vereinen. Doch zahlreich waren die Verluste, viele sind gefallen oder hatten in der Zwischenzeit andere Freunde gefunden, denen sie Treue schworen. Aber die, welche uns geblieben waren, waren die Leute, auf welche man sich verlassen konnte und auf die unsere erneut gegründete Gemeinschaft aufbauen sollte. Es gelang uns schnell eine Gruppe aufzubauen, die den Gefahren in Karazhan trotzte. In dieser Zeit half uns die Erfahrung von Rotklinge sehr stark, er war der einzige der Karazhan schon von innen gesehen hatte und so wurde auch er zum Anführer ernannt. Aber wir waren zu wenige, wir mussten neue Kämpfer für uns finden. Eine Zeit der Suche und Diplomatie kam auf uns zu. Einige verließen uns in dieser Zeit, dass Vertrauen in die Gruppe ging zurück. Doch diejenigen, die standhaft blieben, sollten bald belohnt werden. Ein Bündnis mit der Gilde „Memento Mori“ kam zustande. Koal, der Anführer dieser Gruppe, hatte mit seinen Leuten das gleiche Vorhaben wie wir, aber auch die gleichen Probleme. Auch eine wilde und starke Kämpfergruppe unter der Führung von einem Hexenmeister namens Grazzgul konnten wir noch für uns gewinnen. So schlossen wir uns gestärkt zusammen und eine neue Zeit des Schwarzen Aufbruchs begann. Sicherlich nicht einfach war die Zeit, es waren sehr viele neue Gesichter mit denen man nun Seite an Seite kämpfen sollte, aber das Vertrauen zueinander wuchs von Tag zu Tag und schon bald war der Schwarze Aufbruch wieder eine richtige Einheit. Viele Erfolge konnten wir zusammen feiern. Viele neue Freunde habe ich gefunden. Doch fühlte ich eine stets wachsende Schwäche in meinen Knochen und so kam es, dass ich in der Blütezeit des neuen Schwarzen Aufbruchs nur noch organisatorische Aufgaben übernehmen konnte.
Eine junge und entschlossene Blutelfin übernahm meinen Platz in der Gruppe, sie trägt den Namen Nadlin. Es schmerzt mich sehr, mit meinen alten und neuen Freunden nicht mehr Seite an Seite für die Horde kämpfen zu können. Leider bekam ich die Erfolge nur erzählt. Wie gern wäre ich dabei gewesen, als der Schwarze Aufbruch sein Banner auf den Schwarzen Turm gehisst hat, oder wie der Aufbruch Maulgar und seinen Herren im Unterschlupf von Gruul getötet hat, wie Magtheridon in die Knie gezwungen wurde oder wie der Schlangenschrein von seinen Übeln befreit wurde. Aber es war mir nicht möglich. Nun fühle ich, dass meine Kräfte immer mehr schwinden, schon bald werde ich nicht mehr sein. Nun ist die Zeit gekommen mich zu verabschieden, meine wohl längste Reise steht kurz vor ihrem Beginn. Mir ist es nicht möglich mich von euch persönlich zu verabschieden, zu sehr schmerzt mich der Gedanke. Deswegen dieser Brief, möge er dazu beitragen, euch weitere mutige Kämpfer, denen es nicht an Ehre, Mut und an brüderlichen Gedanken fehlt, einzubringen und möge er dazu beitragen, von euren Taten kundzutun. Noch nie hatte ich solche Freunde wie ihr es seid, nirgendwo sonst konnte ich mich auf Andere so verlassen, wie beim Schwarzen Aufbruch. Seite an Seite bis zum Tode, für den Aufbruch, für die Horde.
Gez. Necordias